Die Grundregel: drei Arten von Anbietern
Das Steuerrecht knüpft an das Geldspielgesetz an. Entscheidend ist nicht, wie viel du gewinnst oder wo du sitzt, sondern wer das Spiel anbietet und ob es in der Schweiz bewilligt ist.
| Wo gespielt | Einkommenssteuer auf den Gewinn | Warum |
|---|---|---|
| Schweizer Spielbank vor Ort | steuerfrei | das Casino zahlt die Spielbankenabgabe an AHV und Kantone |
| Schweizer Online-Casino (ESBK) | steuerfrei bis rund CHF 1 Mio. pro Gewinn | gesetzliche Freigrenze für Online-Spielbankenspiele |
| ausländischer Anbieter ohne Bewilligung | steuerbar | keine Ausnahme, Gewinn ist Einkommen |
Die Idee dahinter: Bewilligte Anbieter führen über die Spielbankenabgabe einen grossen Teil ihres Ertrags an die Allgemeinheit ab, deshalb bleibt der Gewinn beim Spieler steuerfrei. Ausländische Anbieter zahlen in der Schweiz nichts, also wird der Gewinn beim Spieler besteuert.
Wo steht Chicken Road?
Eindeutig in der dritten Zeile. Kein Schweizer Online-Casino mit ESBK-Konzession führt Chicken Road. Wer das Spiel um echtes Geld spielt, tut es bei einem Anbieter mit Lizenz aus Curaçao oder einem anderen Land, und dessen Gewinne sind steuerbar.
Ein häufiges Missverständnis: «Das Casino hat eine EU-Lizenz, also ist es steuerfrei.» In der Schweiz zählt das nicht. Auch Gewinne aus Malta oder anderen EU-Ländern sind steuerbar, wenn der Anbieter keine Schweizer Bewilligung hat.
Online braucht es Belege
Wer einen Gewinn aus dem Ausland in die Steuererklärung schreibt, sollte ihn belegen können. Bewahre deshalb auf:
- Kontoauszüge des Casino-Kontos mit Einzahlungen, Auszahlungen und Datum;
- Bankbelege der Zahlungseingänge;
- Screenshots aus dem Wettverlauf bei grösseren Gewinnen.
Das hilft auch umgekehrt: Fragt das Steueramt nach der Herkunft eines Zahlungseingangs, hast du die Erklärung parat.
Was du abziehen kannst, und was nicht
Verluste sind nicht abziehbar. Du kannst also nicht Gewinne an einem Abend mit Verlusten an einem anderen verrechnen, um die Steuer zu senken.
Einsätze: Für Lotteriegewinne sieht das Gesetz einen pauschalen Abzug für Einsatzkosten vor, für Online-Spielbankenspiele über der Freigrenze einen Abzug der Einsätze bis zu einem Höchstbetrag. Ob und wie das auf Gewinne von nicht bewilligten ausländischen Anbietern angewendet wird, handhaben die Kantone unterschiedlich. Frag im Zweifel bei deinem kantonalen Steueramt nach.
Vermögen: Ein Guthaben auf dem Casino-Konto am 31. Dezember gehört wie ein Bankguthaben ins Wertschriftenverzeichnis.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir an, du gewinnst im Laufe eines Jahres bei einem Anbieter mit Curaçao-Lizenz netto CHF 3’000 mehr, als du eingezahlt hast, und hebst sie ab.
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Gewinn, der in die Steuererklärung gehört | CHF 3’000 |
| Grenzsteuersatz (Beispiel, je nach Kanton und Einkommen) | 25 % |
| Zusätzliche Steuer, grob | CHF 750 |
Zum Vergleich: Derselbe Gewinn in einer Schweizer Spielbank wäre steuerfrei. Bei einem Spiel mit 2 % Hausvorteil ist die Steuer auf einen Glücksgewinn ein Posten, der den Gewinn spürbar schrumpfen lässt.
Der Hausvorteil von Chicken Road beträgt 2 %. Der Grenzsteuersatz auf einen Gewinn aus dem Ausland liegt schnell bei 25 % oder mehr. Wer nur auf die RTP schaut, rechnet mit dem kleineren der beiden Abzüge.
So deklarierst du einen Gewinn
Gewinne aus Geldspielen gehören in der Steuererklärung zu den übrigen Einkünften. Die genaue Ziffer hängt vom Formular deines Kantons ab, meist gibt es eine Rubrik für Lotterie- und ähnliche Gewinne. Leg die Belege bei oder halte sie bereit.
Wer unsicher ist, ruft das kantonale Steueramt an. Die Auskunft ist kostenlos, und eine Nachfrage vor der Abgabe ist besser als eine Korrektur danach.
Krypto macht es komplizierter
Wer bei ausländischen Casinos in Krypto spielt, hat zwei Steuerthemen auf einmal:
- Der Spielgewinn ist Einkommen, umgerechnet in Franken zum Zeitpunkt des Zuflusses.
- Die Kryptowerte gehören am Jahresende zum Vermögen, bewertet zum Kurs, den die Eidgenössische Steuerverwaltung jeweils veröffentlicht.
Kursgewinne auf privat gehaltenen Kryptowährungen sind in der Schweiz grundsätzlich steuerfreie Kapitalgewinne, solange du nicht als gewerbsmässiger Händler eingestuft wirst. Der Spielgewinn selbst bleibt aber Einkommen. Halte Datum, Betrag und Kurs jeder Auszahlung fest.
Häufige Fragen zu Steuern auf Geldspielgewinne
Sind Casinogewinne in der Schweiz steuerfrei?
In Schweizer Spielbanken ja, in konzessionierten Online-Casinos bis rund CHF 1 Million pro Gewinn. Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung sind steuerbares Einkommen.
Muss ich einen Gewinn aus Chicken Road versteuern?
Grundsätzlich ja, weil es Chicken Road nur bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung gibt. Der Gewinn gehört als Einkommen in die Steuererklärung.
Kann ich meine Verluste abziehen?
Nein. Spielverluste sind nicht abziehbar. Zu Abzügen für Einsätze gibt es Sonderregeln, die die Kantone bei ausländischen Anbietern unterschiedlich handhaben.
Ist ein Gewinn aus einem EU-Casino steuerfrei?
Nein. Massgebend ist eine Schweizer Bewilligung, nicht eine Lizenz in der EU. Ohne Bewilligung der ESBK oder der kantonalen Behörden ist der Gewinn steuerbar.
Wie belege ich einen Gewinn aus einem ausländischen Casino?
Mit Kontoauszügen des Casino-Kontos, den Bankbelegen der Auszahlungen und bei grossen Gewinnen mit Screenshots aus dem Wettverlauf. Bewahre alles mindestens so lange auf, wie das Steueramt Rückfragen stellen kann.